Licht & Kunst in Dietikon

Vom 15.01. - 28.02.2021 täglich von 17:00 - 22:00 Uhr

 

Ein Gemeinschaftsprojekt

  • Standortförderung Dietikon
  • Kultur Dietikon
  • Netzwerkstadt Dietikon
Die Kunstschaffenden

„Der Tag voll Licht, die Nacht voll Lichter.“

© Otto Baumgartner-Amstad (*1924)

Die Idee in Kürze

Dunkelheit und Nacht sind Phänomene, die sowohl in der Naturwissenschaft als auch in der Kulturgeschichte oftmals thematisiert worden sind. Die Nacht hatte schon immer etwas Magisches, Faszinierendes. Mit der Zeitumstellung Ende Oktober begann wieder die dunkle Jahreszeit, die durch die anhaltende Pandemie-Situation noch zusätzlich verdüstert wird. Ein Kunstrundgang soll nun Licht in diese tristen Wintertage Dietikons bringen. Gezeigt werden ab Mitte Januar bis Ende Februar 2021 Videoprojektionen, Leuchtobjekte und Kunstinstallationen. Insgesamt 12 Kunstobjekte werden rund um das Dietiker Zentrum zu bestaunen sein. Die in Dietikon gezeigt Lichtkunst ist vielseitig und reicht von grazilen, poetischen Arbeiten zu kräftigen, plakativen Werken.

Der Grossteil der Objekte wird im Aussenraum stehen, vereinzelt werden Schaufenster und Innenräume bespielt. Die wenigen im Innenraum aufgestellten Kunstwerke können, ganz Corona-konform durch Schaufenster betrachtet werden, die Räumlichkeiten müssen dafür nicht betreten werden. Das Ziel ist es auf diese Weise das Zentrum von Dietikon zu einer Plattform und einem Begegnungsort für Kunst werden zu lassen.

Gezeigt werden sowohl neu erarbeitete Werke, die einzig für die Stadt Dietikon geschaffen wurden und auch mit den örtlichen Gegebenheiten spielen, als auch bereits bestehende Werke, die durch den neuen Kontext der urbanen Stadtlandaschaft einen andere Bedeutung erhalten.

Cinzia Marti
Standortförderung Dietikon
044 744 14 55

Organisiert durch Standortförderung Dietikon, KulturDietikon, Netzwerkstadt.ch 

Sponsoren

Vielen herzlichen Dank an die Sponsoren

Kunstschaffende

Pascal Arnold &
Silja Dietiker

HERE IST EIN ORT

silja-dietiker.allyou.net
Holzlager neben der Walter Urech Schreinerei, Kirchstrasse 6

Bricht die Nacht an, beginnen die Neonröhren zu glühen und tauchen die Umgebung in ein verheissungsvolles Licht. Das Lichtbild oszilliert zwischen WHERE and HERE. Wortspiel und Neonröhren als Medium nehmen die Ambivalenz des Suchens und Findens, des Austarierens der Identiät auf. HERE ist ein Ort der Begegnung, an dem die Frage WHERE ergründet wird.

„Neonlicht, schimmerndes Neonlicht. Und wenn die Nacht anbricht, ist diese Stadt aus Licht.“  -Kraftwerk-

Ausstellungsansicht, Kunstraum Baden, «Truffes & Trouvailles» – Kunst aus der Nachbarschaft

Alex Dorici

INSTALLATION ROPE 222METERS LIGHT

Zentralstrasse 14

Der in Lugano lebende Künstler Alex Dorici (*1979) zeigt eine dreidimensionale Rauminstallation aus photolumineszierendem Seil. Ein Netz-Werk, das tagsüber weiss in weiss gehalten ist und nachts nach aussen fluoreszierend eine andere Lebendigkeit ausstrahlt.

Die Installation Rope 222meters Light gehört zu der Serie der standortspezifischen Werke.

Die Installation Rope gehören zu den modularen Installationen, die mit Seilen hergestellt werden, die normalerweise in der Schifffahrt verwendet werden und deren Länge und Dicke je nach Platzverhältnissen variieren. Das Seil interagiert mit der Architektur, die die Installationen beherbergt. Die Arbeiten sollen den Raum und die Wahrnehmung des Betrachters verzerren.

 

Ausstellungsansicht, Museo Villa Pia, Porza, Fondazione Erich Lindenberg, Foto: Igor Ponti, 2017

Angelika Dreher

HELLO DARKNESS MY OLD FRIEND

Unterführung bei Kirche St. Agatha

Die Installation entsteht exklusiv für den Objektkunstweg der Stadt Dietikon. Der Titel der Installation ist eine Entlehnung aus dem Song „Sound Of Silence“ von Paul Simon, in welchem die Wirkung von grellem Neon-Licht nachts in die Augen sticht, und den Klang der Stille durchbricht. Für die Umsetzung werden Wände, Decke und Boden der Unterführung mit farblosen Punkten aus fluoreszierender Farbe getupft, um die Illusion eines rundumgehenden Himmels entstehen zu lassen, als würde man sich inmitten des Universums befinden, und rundum Sterne sehen. Am Tag sind die Farbpunkte nicht sichtbar, da es sich um transparente Farbe handelt. Die Unterführung wird in magisch anmutendes, ultraviolettes Licht getaucht. Die Installation entsteht wenige Tage vor der Eröffnung vor Ort.

 

Hello Darknes my old friend, Angelika Dreher, DietikON, 2021

Markus Eberhard  

LEUCHTTURM

Wiese bei der Kirchhalde, Kirchhalde 10

Ein Leuchtturm gibt in der Seefahrt Orientierung und Sicherheit. Er stillt Sehnsüchte und weckt Hoffnung. Durch seine Standhaftigkeit und Strahlkraft schenkt er uns Vertrauen und Geborgenheit.
In Dietikon will uns der Leuchtturm Mut machen neues zu entdecken. Leite mit Hilfe des Leuchtturms deine persönlichen Wünsche in den Abendhimmel.

 

Leuchtturm, Markus Eberhard

Tobias Gutmann

«LET THERE BE…»

Alte Metzgerei, Kronenplatz

Ein Sonnenstrahl tanzt mit der Wolke und trifft mit Lichtgeschwindigkeit aufs Meer. 
In dessen Tiefen lebt die Dunkelheit und sehnt sich nach Leichtigkeit.

Die Arbeit „Let there be..“ sucht zeichnerisch das Licht in den Dingen, findet inneres Leuchten und spürt unsichtbaren Strahlen nach. Als verbildlichte Gedanken erscheinen die sich überlagernden Linien paradoxerweise als Dunkelheit und lösen deren Einteilungen auf, sind Licht und Dunkel in einem. Ohne Licht kein erlösender Schatten. Sind doch die Lichtstrahlen selbst Überlagerung, deren Weiss alle Farben trägt.

Welche Richtungen kann dieses Strahlen einnehmen?
Zwei Augen strahlen. Ein Mensch ist erleuchtet. 

Die Sonne springt energiegeladen aus dem Meer.
Die Dunkelheit ist beeindruckt und das Meer wird farbig!

Not Yet Titled, Tobias Gutmann, 2021

Frantiček Klossner 

«EX VIVO – IN VITRO»

Im Kaffee Ela, Bahnhofplatz 18

Multi-Channel Videoinstallation, Frantiček Klossner, 2014
Schauspiel Besetzung: Gerrit Bernstein, Fabian Eyer, Gianmaria Fedele, Anna Vera Messmer, Julian Anatol Schneider, Johannes Schumacher, Kamera: Tom Bernhard, Media Engineering: Marc-André Gasser

Die Szenerie erinnert an eine Sammlung anatomischer Feuchtpräparate in einem medizinhistorischen Museum. In mehreren grossen Glaskolben bewegen sich menschliche Köpfe und Körper. Voneinander separiert, keimfrei und steril, winden sich die isolierten Individuen wie rastlose Föten in der Enge der Gefässe. Ihre frappante Körperlichkeit wird gesteigert durch die optischen Verzerrungen in den konvexen Wölbungen der Glas-Zylinder. Sprechende Köpfe drehen sich, Globen gleich, um ihre eigene Achse. Die vorbeiziehenden Gesichter erscheinen wie «Weltkarten gelebten Lebens». Die verflüssigten und voneinander isolierten Individuen, zwischen Transformation und Auflösung, werden zum Sinnbild «menschlicher Aggregatzustände».

Nach den einschneidenden Erfahrungen mit «Physical Distancing» und «Social Distancing» im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie, ist Frantiček Klossners Werk gerade heute wieder besonders aktuell.

 

Videoinstallation im Kunstzeughaus Rapperswil-Jona

Lapsus

KÜHLSCHRANK

Aussenwand Kaffee Ela, Bahnhofplatz 18

Theo Hitzig macht seinem Namen keine Ehre, im Gegenteil er friert extrem. Der zweite Teil des Komikerduo Lapsus, Bruno, übergibt ganz selbstlos immer wieder ein Kleidungsstück an seinen Kollegen. Was an dessen Zustand nur wenig ändert, er zittert weiter. Am Ende des Videos sieht man einen entblössten Bruno und den dick eingemummten Theo Hitzig. Abgesehen von den bibbernden Tönen des frierenden Hitzig kommt das Video ganz ohne Sprache aus.
Um das Ganze zu unterstreichen, wird der Film auf einem in einen Kühlschrank eingebaut Monitor gezeigt.

 

Marck

WHITE CUBE

Beim Marktplatz / Kirchplatz neben der Markthalle

Auf einem weissen Würfel sind auf allen vier Seiten 40″ Monitore angebracht. Es werden Videos abgespielt, die den Anschein erregen, dass Menschen von innen her die Fenster putzen. Genausogut könnte es auch der Badezimmerspiegel sein, denn das Bild scheint leicht verschwommen. Ähnlich dem beschlagenen Badezimmerspiegel nach dem Duschen.

 

Der White Cube von Marck auf dem Marktplatz in Dietikon, Foto Marck,  2021

Mika Schell

FIREFLIES

Wiese hinter dem Gebäude an der unteren Reppischstrasse 12a

Im Zuge einer im Januar/Februar 2021 stattfindenden Stadtbeleuchtung, heissen die Glühwürmchen die Besucher in Dietikon Willkommen. Das Licht der Glühwürmchen erinnert an Kindheit, Ferien im Süden. Sie stehen als Symbol für die Sonnenwende und den Lauf der Jahreszeiten, wie auch für das sensibel pulsierende Leben.
Mit der eigens dafür komponierten Musik wird den Besuchern zusätzlich zu den poetischen Blinklichtern der alltägliche Stress genommen und tauchen in ein poetisches Lichtermeer ein.

 

Lichtinstallation Fireflies, im Rahmen der Art Basel auf dem Vitra Campus

Pialeto

LEUCHTINSTALLATION AUS DREI FISCHEN

Beim GLEIS21 Buchsackerstrasse 21

Wer schon einmal versucht hat in einem See so tief wie es eben geht, zu tauchen, der hat sicher auch die Erfahrung gemacht, dass es da unten sehr schnell dunkel und kalt wird.

Bei meinen jugendlichen Tieftauchversuchen habe ich leider nie einen Fisch gesehen. Das lag wohl daran, dass die Fische nicht leuchteten – weil leben würden sie ja da unten.

Diese Erfahrung hat mich auf die Idee gebracht, leuchtende Fische für diese dunkle und kalte Jahreszeit zu kreieren. Die entstandenen Fische sind nun so gross, dass ich ihnen auf dem Grund des Sees lieber nicht mehr begegnen möchte. So kommt nun DietikON zu einem Openair Leuchtaquarium. 

 

Hand-Skizze Leuchtfische, Gitterkonstruktion aus geviertelten Bambusstangen, wird überzogen mit wasserfestem Gewebe.

Gianluca Trifilò

LATERNA MAGICA

Zürcherstrasse 55 
Als Kind erfreute ich mich daran, wie unbedeutende Alltagsgegenstände durch ein selbstgebasteltes Spiegel-Kaleidoskop eine komplett andere Wirkung erhielten. Dadurch entfalteten sich mir neue Welten, die mich bis heute faszinieren.

Die Kunst orientierte sich seit jeher an ästhetischen Elementen, wie an der Symmetrie und der Ornamentik. Die Projektion widerspiegelt eine ebensolche Ästhetik: Zu sehen ist ein ewig wachsender Stern oder eine Blume, denen ein eigens entwickeltes JavaScript zu Grunde liegt. Das Programm wurde entwickelt, um meine Recherche-Arbeit zum Thema Rausch zu konzeptualisieren. Ein Instrument, das es mir erlaubt, schnell und visuell komplexe Zusammenhänge zwischen Kultur und Rausch zu ergründen. Diese Aufklärungsarbeit ist ein wichtiger und nie endender Prozess im Umgang mit Rausch- und Suchtmitteln jeglicher Form, was auch die Abhängigkeit von digitalen Medien beinhaltet.
Wie Rauschmittel bewirkt das Kaleidoskop eine reizvolle Begegnung mit magischer Anziehungskraft.

 

Momentaufnahmen aus der Projektion „Laterna Magica“, 2020

Michel Winterberg
Anima Perplexa

ANIMA PERPLEXA

Bei der UBS, Bahnhofplatz 13

Die interaktive Videoarbeit Anima Perplexa eröffnet Imaginationsräume. Der Besucher interagiert im Aussenraum je nach Position und Bewegung mit der Arbeit.

Die interaktive Arbeit Anima Perplexa besteht aus einer lichtdurchfluteten, schwerelosen Form, die sich frei im Raum entfaltet und in fliessender Transformation in geometrische oder amorphe Gebilde übergeht.

Durch die Interaktion mit den Rezipienten und deren Bewegung und Gestik, mutiert das abstrakte Gebilde zu einem lebendigen Wesen, das agiert und reagiert. So entsteht nicht nur ein Dialog zwischen zwei Körpern, sondern auch zwischen zwei belebten oder anders gesagt, animierten oder beseelten Wesen.

Die Veränderungen der visuellen Form werden auf die auditive Ebene übertragen und transformieren fortlaufend die Modulation der Klanglandschaft.

So eröffnen sich intuitiv visuelle und akustische Räume der Interaktion. Es entsteht eine tastende Kontaktaufnahme mit der unergründlichen Anima eines fremdartigen Wesens und der Betrachter erfährt in Anima Perplexa eine physische audiovisuelle Begegnung mit einem nicht zu definierenden Anderen.